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2019-10-24

Von: Lukas Reipert (gepr. O. Osmers)





Blogeintrag zur Ausbildungsplatzbörse 2019 von Lukas


Die diesjährige Ausbildungsplatzbörse an den Berufsbildenden Schulen Verden startete dieses Jahr auch wie in den vergangenen Jahren an einem Dienstag. Am 24. September machten wir uns also gegen Mittag auf, um unseren Stand aufzubauen und letztendlich zu besetzen. Die Berufsbörse findet am Dienstag traditionell vom späten Nachmittag bis in die Abendstunden statt, da sie an diesem Tag allen Interessierten die Möglichkeit bieten soll sich über einen zukünftigen (Ausbildungs-)Beruf zu informieren. Währenddessen finden in gesonderten Räumen intensivere Gespräche von Ausbildern mit Interessierten statt (Speed-Dating). Die Messe, auf der wir den Stand von G&O betreuten dient eher dem lockeren Informationsaustausch für Schüler, die sich breit informieren wollen und für die keine konkrete Berufsrichtung ausgeschlossen werden kann.
So kam es allerdings, dass auf der Messe am Dienstag hauptsächlich Eltern mit ihren Kindern zugegen waren, um sich „informieren zu lassen“. Die Anwesenheit von Elternteilen führte in der Regel zwar zu netten Gesprächen, jedoch in manchen Fällen auch zum Interesse der falschen Seite. Andererseits bewiesen die Eltern eine höhere Bereitschaft ein Gespräch mit einem von uns zu eröffnen, also währen ohne sie einige Gespräche nicht zustande gekommen.

Am Mittwoch war der Aufbau um 7:30 Uhr angesetzt, da eine Stunde später die Messe zum zweiten Teil beginnen sollte und große Gruppen mit Schülern aus unterschiedlichen Schulen auf die Informierenden losgelassen wurden. Von hier an gehörte dann die Frage „Soll ich euch was zu uns erzählen?“ zum Standardrepertoire eines jeden Gesprächsversuchs. Wenn darauf allerdings eine entschlossene Antwort folgte, entstanden danach sehr oft tolle Gespräche über schon gemachte Erfahrungen in verschiedenen Bereichen wie dem Programmieren und wie das vielleicht zum Profil des Fachinformatikers passen könnte. Das Interesse an einem Praktikumsplatz musste zwar oft erfragt werden, aber das lag nicht daran, dass es nicht vorhanden war, sondern weil sich einige wohl vor der direkten Frage scheuten.

Nichtsdestotrotz konnte der Beruf des Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung gut vorgestellt werden, denn mit der Demonstration unserer Arbeit rückten dann auch die gezeigten Projekte in den Mittelpunkt, denn ein breites Spektrum an Gezeigtem stand bei uns bereit: Die Simulation einer Windkraftanlage, programmiert von unserem Praktikanten Bjarne, das Pacman-Spiel der Auszubildenden Kira, der Roboterarm vom ehemaligen Azubi Jannis und die interne „goWorktime-App“ zur Arbeitszeiterfassung auf mobilen Geräten. Damit hatten wir für jeden Geschmack etwas zu bieten: Vom Spielkind bis zum Simulationsfreak und auch für die Programmierer sowohl von Skriptsprachen, als auch Hochsprachen war etwas dabei. Interessierten, die sich schon einmal an Java probiert hatten, war die Programmiersprache C# und die App nicht ganz fern. Und selbst eigentlich eher unbedarfte Schüler, die hinterhältig angesprochen wurden, weil sie aufgrund der zeitweise vorhandenen Menschenmassen kurz bei uns anhalten mussten, konnten sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner (Pacman) verständigen und sich dafür begeistern. Beim Anblick des, von Geistern eingekreisten, arglosen Pacman wurden selbst zukünftige Lehramtsstudentinnen weich und konnten sich zu einer Spielrunde hinreißen lassen.
Das beweist einfach nur jedes Mal aufs Neue, wie umfänglich der Beruf ist und dass niemand heutzutage, nicht nur in seiner Freizeit beim Spielen, um die Produkte von Programmierern/Anwendungsentwicklern herumkommt.

Am Donnerstag wurde die gleiche Schlacht geschlagen wie am Mittwoch, nur mit der Anwesenheit anderer Schulen. Die Fragen blieben im Großen und Ganzen die gleichen, die Antworten aber ehrlicherweise auch.

Insgesamt waren die drei Tage ohne Zweifel sehr interessant. Einige gute Gespräche sind entstanden, einige Interessen beim Gegenüber für einen Praktikums- oder sogar Ausbildungsplatz wahrscheinlich auch.  Auch die Unterhaltungen mit den Informierenden von anderen Ständen waren interessant. So trifft man doch den einen oder anderen ehemaligen Weggefährten bei einem anderen Unternehmen wieder. Diese reichen von der Dachdeckerinnung über den Hersteller von Qualitätswerkzeug bis zum Importeur und Händler für asiatische Produkte.

Der Fakt, dass alle diese Menschen mal in einem relativ jungen Alter zusammen auf einer Schule in einer Kleinstadt gestartet sind und doch überall verteilt arbeiten und in den unterschiedlichsten Branchen „ihren“ Beruf gefunden haben, zeigt wie vielfältig unsere Arbeitswelt geworden ist und dass eine spannende Karriere nicht im Großen beginnen muss, sondern dass man immer zahllose Möglichkeiten hat und (ganz wichtig) der „richtige“ Beruf bei jedem etwas komplett Anderes sein kann. Wenn man das im Hinterkopf behält, erscheint es umso sinnvoller, dass auf diesen Messen sowohl der Bundesfreiwilligendienst beim THW, genau wie der Beruf des Erziehers, Handwerkers, Programmierers und Kaufmanns gezeigt wird, denn jeder Beruf der für einen selbst eher uninteressant ist, könnte für den Nächsten „Das Richtige“ für die nächsten 50 Jahre werden.